Frühjahrsputz! Alles wird sauber!

 


Die Tage werden länger, die Sonnenstrahlen zeigen Schmutzschlieren auf dem Fenster und bringen den Staub ans Tageslicht. Jetzt ist Frühjahrsputz angesagt – am besten mit so wenig Chemie wie möglich.

Wo beginnt man das große Putzen? – „Von innen nach außen und von oben nach unten“, lautet die Devise. Demzufolge startet das Saubermachen im Inneren von Kästen und Laden, bevor die Außenseiten von Kommoden, Regalen und Schränken drankommen. Ganz zum Schluss ist der Boden an der Reihe.

Nur wenige Menschen putzen wirklich gern, doch einem zu früh aufkommenden Frust kann man Erfolgserlebnisse entgegensetzen: Man nimmt sich einen Raum nach dem anderen vor und hakt somit Zimmer für Zimmer ab. Gute Laune kann den großen PutzEinsatz ebenfalls erleichtern: Die Lieblingsmusik oder ein gutes Hörbuch steigern das Durchhaltevermögen.

Kleines Tuch mit großer Wirkung

Mikrofasertücher zeigen gute Reinigungswirkung auf glatten Oberflächen, und zwar sowohl trocken als auch mit reinem Wasser angefeuchtet. Sogar leichter Fettschmutz durch Fingerabdrücke lässt sich damit gut entfernen. Aber Achtung bei Holzund Kunststoff-Oberflächen: Diese können durch Mikrofasern beschädigt werden, deshalb sind hier Baumwolltücher besser. Mikrofasertücher eignen sich für viele Möbel und auch für alle möglichen Bodenbeläge. Wer sich das Auswringen per Hand beim Bodenaufwischen ersparen möchte, greift zu Kübel mit Pressen. Das ist speziell bei Holzböden wichtig, weil zu nasses Aufwischen die Ränder der Bretter aufweicht. Von Einmaltüchern ist in jedem Fall abzuraten. Sie sind einerseits mit Reinigungschemikalien getränkt und verursachen andererseits viel Müll. Der hohe Preis gegenüber oft wiederverwendbaren Tüchern aus waschbarem Gewebe ist ein weiteres Argument gegen Wegwerftücher. Wo es ohne Reinigungsmittel nicht geht, sollte man Produkte in ökologischer Qualität wählen. Dazu zählen etwa Mittel auf Basis von Essig-, Zitronen- oder Milchsäure gegen Kalkrückstände, fettlösende Küchenreiniger oder Geschirrspülmittel gegen fettigen Schmutz und neutrale Allzweckreiniger für alle übrigen Wohnbereiche (siehe auch Kasten „Putzen mit reinem Gewissen“).

Dem Fensterputzen kommt im Frühling besondere Bedeutung zu. Wenn die Sonnentage wieder zunehmen, fallen Scheiben, die im Winter innen wie außen Schmutz angesetzt haben, verstärkt auf. Reines Wasser ist die erste Wahl, bei hartnäckigen Flecken hilft ein Spritzer Geschirrspülmittel oder ein ökologischer Glasreiniger. Ein Fensterabzieher mit Gummilippe leistet gute Dienste.

Reine Arbeitssache

Immer mehr Haushalte verfügen über einen Computer oder sogar mehrere Arbeitsplätze mit Laptop & Co – ein Trend, der sich durch Corona und Homeoffice in den vergangenen Jahren noch verstärkt hat. Rund um Bildschirm und Tastatur sammelt sich rasch Staub an. Den Bildschirm reinigt man am besten mit einem weichen, trockenen Baumwolltuch. Die Tastatur wird durch Staubsaugen auf kleinster Stufe mit der Saugbürste sauber, das holt sogar Brösel aus den winzigen Zwischenräumen zwischen den Tasten heraus.

Nur Geduld

In manchen Bereichen sind einfach ein wenig Zeit und Geduld angesagt. So lässt sich beispielsweise ein verschmutztes Backrohr wesentlich leichter reinigen, wenn über Nacht ein Geschirrspülmittel oder ein Neutralreiniger einwirken darf. Damit kann man auf hochdosierte Spezialmittel mit bedenklichen Inhaltsstoffen verzichten.

Auch hilft es, das Backrohr regelmäßig zu reinigen, sodass es erst gar nicht zu stark verkrusteten Verunreinigungen kommt.

Hinaus ins Freie

Diese Strategie empfiehlt sich auch für die Außenbereiche. Befestigte Wege, Terrassen, Blumentöpfe – all das ruft für die erwachende Gartensaison nach neuer Sauberkeit. Auch hier ist Wasser die beste Wahl, grobe Bürsten und ein Besen leisten Unterstützung. Essig- und Zitronensäure sollten keinesfalls mit Boden und Pflanzen in Berührung kommen! Gegen Krusten auf Tontöpfen wirkt Essigwasser am besten: 1 Teil Essig und 5 Teile Wasser in einem großen Kübel lösen innerhalb von 24 Stunden Kalk und Schmutz von Ton großteils ab; eventuelle Reste davon lassen sich mit der Bürste leicht abschmirgeln. Auch bei Kunststofftöpfen kommt die Bürste zum Einsatz, bevor man die Behältnisse feucht abwischt. Falls notwendig, kann ein milder Allzweckreiniger das Putzen unterstützen. Terrassenböden gibt es aus den unterschiedlichsten Materialien. Hier ist bei der Reinigung prinzipiell auf die Pflegeanweisungen der Hersteller zu achten. Vor allem bei Kalksteinböden ist Vorsicht geboten: Sie reagieren empfindlich auf Säure und sollten besonders schonend gesäubert werden. Dem Schmutz auf Steinböden rückt man mit Besen und Gartenschlauch zu Leibe, bei groben Flecken kann heißes Wasser mit etwas Spülmittel das Schrubben erleichtern.

Gegen Rostflecken hilft Zitronensäure, gegen dünne Moos-Überzüge ein Schuss Essig ins Wasser. Ausschließlich Wasser und Neutralreiniger machen Terrassen aus Holz wieder sommertauglich, und wer zusätzlich die Haltbarkeit dieses Bodens verlängern möchte, sollte ihn nach der gründlichen Trocknung mit einem geeigneten Öl einlassen.

Hände weg von unnötiger Chemie

Um die Wohnräume frisch und sauber zu bekommen, benötigt man keine umweltschädlichen Reinigungsmittel und auch keine teuren Geräte, die unnötig Strom verbrauchen. Wo Putzmittel unverzichtbar sind, sollte Produkten mit einem Gütesiegel (z.B. das Österreichische Umweltzeichen oder EU-Ecolabel) der Vorzug gegeben werden. Ein Blick auf die DosierungsEmpfehlungen bewahrt davor, zuviel des – angeblich – Guten zu tun. Überdosierung bringt nicht mehr Sauberkeit, sondern belastet die Umwelt unnötig. Oft bewirkt das vermeintliche Plus sogar das Gegenteil: Wenn an der Oberfläche ein Putzmittelfilm entsteht, bleiben Schmutzpartikel besonders gut haften. Desinfektionsmittel und antibakterielle Reinigungsmittel sind im Haushalt im Normalfall nicht nur nicht notwendig, sondern hinsichtlich der Gesundheit kontraproduktiv. Auf Raumsprays, die die Luft verbessern sollen, kann man getrost verzichten. Künstliche Düfte – gleichgültig, ob aus Fläschchen mit Duftflüssigkeit und Stäbchen oder aus kleinen Automaten – geben leichtflüchtige Stoffe an die Umgebung ab. Wesentlich gesünder ist Lüften! Ein No-Go sind auch WC-Beckensteine, die das Abwasser belasten und keinerlei Reinigungswirkung haben.

 

red korger/Quelle: www.umweltberatung.at